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Fahrradtour auf Dingle - zwei Tage durch Traumland

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Kurzbeschreibung:



Landschaftlich äußerst beeindruckende Zweitages-Tour.
Start ist in Tralee.
Die Fahrradtour führt, direkt an der Küste Dingles an fast 1000 m hohen Bergen entlang, nach Westen.
Auf einer kleinen, wenig befahrenen Pass-Straße überqueren wir den phantastischen Connor-Pass. Von dort fährt man in den größten natürlichen Hafen Irlands, nach Dingle.
Den westlichsten Punkt Europas bei Slea Head erreichen wir über den Umweg zur Gallarus-Kapelle. Die Rückfahrt berührt nochmals den schönen Fischerort Dingle und führt dann über die Hauptroute zurück nach Tralee.

Ausgangspunkt: Tralee
Streckenlänge
: 157 km, Zwei-Tagestour
Höhenunterschied: über 1200 Höhenmeter
verteilt auf zwei Pässe und viele kleine, teils heftige Steigungen.

 

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Karte:


Karte Dingle







Karten und Bücher
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Bücher und Karten
Karten 1:50.000
Bücher und Karten 70 KERRY (DINGLE)









Streckenverlauf:


Radtour um die Halbinsel Dingle.

Tralee


Ausgangspunkt ist die geschäftige Provinzhauptstadt Tralee.

Wir genießen das ausgiebige irische Frühstück mit Obst und Joghurt im Wintergarten in unserem wohlbekannten B&B. Das Wetter ist trocken und kühl.

Der Papa kauft extra die neueste Tageszeitung für uns und meint bedauernd, der "forecast" sei für den afternoon terribly bad.....
Macht nix, im Moment sieht es doch gut aus: die Satteltaschen sind gepackt, wir überprüfen noch die Luft unsrer Bikes, kaufen Getränke für uns und starten dann in Richtung Camp.

Wir fahren - weil es nichts anderes gibt- auf der Straße und sehen viele neue, galaktisch ausgestattete, Häuser mit tollen Gärten, super B&B's, die Iren haben in den letzten drei Jahren viel getan.

Trotz Straße Trotz Straße - wenig Verkehr (Bild laden)


Der Blick in die weite Bucht ist herrlich, immer wieder halten wir an um die Aussicht zu genießen.
So verlassen wir die Traleebay bei Camp und zweigen auf die Nebenstraße - die für größere Fahrzeuge und Busse gesperrt ist- ab.

Schild Wegweiser zum Pass (Bild laden)

Kaum ein Fahrzeug begegnet uns auf der Fahrt zum Pass. Die Straße steigt nur leicht an.

Schafherde Gegenverkehr - wir sind die Schwächeren (Bild laden)

Gegen 11.30 Uhr erreichen wir den Anstieg zum Connor-Pass.
Dunkle Wolken ziehen auf! Es beginnt leicht zu nieseln.
Anfangs ignorieren wir die Regentropfen, doch nach einer Weile packen wir dann die noch nie benutzten Regensachen aus und wappnen uns für den Regen. Zu Recht!
Der Regen wird beständiger. Um etwas zu sehen, müssen wir jedes Mal die Brillen trockenreiben.

Die Passstraße wird jetzt steiler und führt meist auf einer in den Fels gehauenen Trasse bergauf. Zwei Autos passen nicht aneinander vorbei.

Passstraße Traumhafte Passstraße (Bild laden)

Trotz dem üblen Wetter genießen wir die herrlichen Blicke auf die Felswände, das Tal, auf den See in der Talsohle und die auf die beeindruckenden Wolkenstimmungen.
Wir erkennen schon die Passhöhe! Einen guten halben Kilometer noch, dann ist es geschafft!

Nach einer letzten kleinen Linkskurve erreichen wir ein ebenes Plateau, auf dem ein großer Parkplatz eine gigantische Sicht auf beide Seiten des höchsten Passes Irlands ermöglicht.
Ein amerikanisches Ehepaar genoss hinter den sicheren Scheiben eines Mietwagens unser mühsames Hochstrampeln und ist jetzt im Gespräch von unserer Radtour aufs Äußerste begeistert.

Begossen Begossen (Bild laden)

Am Gipfel gibt es ein Gruppenbild als "wet rats". Der erste Pass der Tour ist geschafft!
Nur die Abfahrt ist nicht so lustig. Hier könnte man jetzt richtig losbrausen, aber der Seitenwind ist so heftig, dass wir ganz vorsichtig, wie Grufties, den Berg hinunterschaukeln.
Trotz Wind und Regen halten wir mehrere Male an, um die großartige Aussicht auf den Dingle Harbour - so heißt die Bucht, in der auch der Ort Dingle liegt - zu geniesen.

Wir erreichen Dingle im Regen, was der intensiven Farbgebung der Häuser keinen Abbruch tut. Man meint fast, die Farben wirkten noch intensiver als bei Sonnenschein.

Dingle im Regen Dingle im Regen (Bild laden)


Allerdings stellen wir mit Schrecken fest, dass die Fahrradtaschen zwar dicht sind, aber die eigentlich für Schottland gekauften Regenoberteile nicht. Bei der Suche nach einem B&B im Zentrum werden wir abwechselnd bedauert oder bewundert und bekommen in der ausgesuchten Bleibe sofort ein Tablett mit viel Tee, Scones und Rosinenbrot aufs Zimmer.

54 km waren das heute nur, auch nicht berauschend, aber immerhin der 1. Pass ist klaglos geschafft.

Dingle


Frisch geduscht und wieder in trockenen Kleidern machen wir einen Einkaufsbummel durch das Zentrum von Dingle.
Zur Belohnung besuchen wir einen Pub, der zweigeteilt ist in Werkzeugladen und Ausschank.
Weil es in Irland ein besonders gutes gibt, erstehen wir in diesem "heißen" Laden Teaköl für die Gartenmöbel. In diesem "Hardware"-Laden gibt es einfach alles; super. Daneben betreibt die Frau einen Mini-Pub, das heißt Ausschank von allem Alkoholischen.

Im Pub Im Pub lässt es sich leben (Bild laden)

Am Tresen sitzen urige Iren, die allerdings gälisch sprechen (auf jeden Fall verstehen wir Null), daneben tagt ein Frauenkränzchen, das sich lachend und gackernd fotografieren lässt. Wir kommen einfach um einen kurzen Whiskey nicht herum.
Am Hafen kaufen wir noch einen Aran-Pulli, weil es jetzt frisch wird.
Anschließend geben wir uns Tea-Time im Internet-Cafe mit "carotcake" und "banoffee-pie" und "hot choclate".
Es regnet immer noch und wir denken daran, am Busbahnhof nach den Abfahrtszeiten zurück nach Tralee zu schauen, damit wir bei Dauerregen am nächsten Tag Gelegenheit zur Rückkehr nach Tralee hätten, um das Auto zu holen. Aber eigentlich glauben wir fest an besseres Wetter!

Heute gehen wir schon um 18.30 Uhr zum Essen!!!!
Im "Half door restaurant" essen wir excellent:
Vorspeise: "crab clans" und "Prawns"
Hauptgang: "John dory" und "monkfish, vegetables und potatoes"
Desert: Vanillecreme mit Erdbeeren, "irish cheeses"
Ein guter Weisswein und "irish coffee" sind für uns schon Standard. Gigantisch gut!!!
Wie immer gehen wir mit der Devise heim "morgen wird weniger gegessen"


Am nächsten Morgen ist es zwar noch trübe, dafür aber trocken.
Zum Frühstück (in der ganz guten Stube) gibt es endlich mal richtigen porridge mit braunem Zucker; so schlecht schmeckt das doch gar nicht.
Danach gibt es Kippers! Lauwarme, wunderbar in Butter gebratene gerauchte Heringe mit Zitrone, mmmmmhhhhh!
Wo bleiben unsere Vorsätze von gestern abend? Auf der Strecke natürlich!

Nun kann uns nichts mehr abschrecken. Wir satteln die Fahrradtaschen und radeln los. Und siehe da, es hellt sich auf und die Sonne blitzt wieder durch. Verrücktes Irland!

Mutig fahren wir auf der R559 erst in Richtung Westen nach Ventry.

Ventry Bei Ventry gehts bergauf (Bild laden)

Nach dem Ortskern zweigen wir nach rechts in Richtung Ballyferriter und "Gallarus oratory" ab. Die Straße steigt natürlich an. Dafür sind beide Seiten der Straße mit blühenden Fuchsien gesäumt!

Nach dem "Pass" geht es wieder bergab. Wir halten nach links und verpassen erst die Abzweigung zur "Gallarus oratory". Doch nach kurzem Suchen sind wir beim Besucherzentrum.
Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist nun weiträumig abgeschirmt und nur noch ein Weg, direkt vom "Visitor centre" aus führt zu diesem geschichtlichen Kleinod: einer der ältesten erhaltenen christlichen Kirchen der Welt.
Die Steinkirche stammt aus dem 8. Jahrhundert und hat die Form eines gekenterten Bootes.

Gallarus-Oratory Die Gallarus-Oratory (Bild laden)

Kaum einen Kilometer weiter besichtigen wir noch die Reste einer keltischen Siedlung.

Keltische Siedlung Keltische Siedlung (Bild laden)

Dingle ist voll von Altertümern.

Die Straße führt weiter auf die wunderschöne Bucht "Smerwick Harbour" zu, zweigt dann aber scharf nach links in Richtung Ballyferriter ab.
Der Ort hat zwar nur wenige Häuser, aber immerhin ist er durch seine Pubs und Coffee Shops schon für den Tourismus gewappnet.
Leicht hügelig erreichen wir Clogher und radeln zu einer einladenden Bucht direkt ans Meer.

Stürmische Bucht Stürmische Bucht (Bild laden)

Rechts am Horizont liegt die wunderschöne Bucht Sybils Head, aber wir beschließen, nicht direkt dorthin, sondern auf einen Hügel bei Clogher zu radeln, um die schöne Aussicht aus der Ferne zu genießen.
Als wir - ein kleiner Anstieg bringt uns bergauf - auf dem Clogher Head ankommen, scheint die Sonne wieder ungebrochen. Eine herrliche Sicht über die gesamte Bucht bietet sich von hier!

Sibylls Head Schöne Aussicht (Bild laden)

Die Straße schmiegt sich nun den Bergen an und bringt uns schließlich in einer rasanten Bergabfahrt nach Dunquin. Hier hat man eine schöne Aussicht auf Blasket Island.

Blasket Island Blasket Island (Bild laden)

Mehr nach Westen erkennt man die Skelligs, eine Inselgruppe aus kleinen, aber sehr hohen Felseninseln. Auch sie sind voll von historischen Stätten.

Katzen Katzen an einem Bauernhaus (Bild laden)

Die Straße steigt natürlich wieder etwas an und überschreitet den Sattel des Dunmore Head. Danach bietet sich eine außergewöhnlich schöne Aussicht auf den Dunmore Head und das vorgelagerte Blasket Island. In vielen Kalendern findet man diese Ansicht.

Dunmore Head Dunmore Head (Bild laden)

Die Straße bis zum Slea Head ist in den Fels gemeiselt. Der Blick ins Wasser führt senkrecht fast fünfzig Meter nach unten.
Wir halten hier zig mal innerhalb weniger hundert Meter.

Slea Head Slea Head (Bild laden)

Die Straße führt nun direkt am 516 m hohen Mount Eagle entlang. Viele Aussichtspunkte folgen und an jedem halten wir.
"Bee hats", das sind Behausungen aus antiker Zeit, gibt es halbwegs nach Dingle zu besichtigen, vorher müssen wir aber noch ein "unbridged water", einen Fluss ohne Brücke, durchfahren! Das gibt nasse Beine!

Das Landschaft bleibt unbeschreiblich. Zwischenzeitlich gesellt sich der Blick auf das benachbarte Iveragh und die Dingle bay hinzu.

Blick zur Dinglebay Blick zur Dinglebay (Bild laden)

Gegen 15.00 Uhr sind wir dann wieder in Dingle, stärken uns im Hafen mit Fish & Chips und radeln dann weiter Richtung Tralee.

Fish&Chips Fish&Chips (Bild laden)


Erst an der Küste entlang und dann über kleinere Anhöhen führt die etwas stärker befahrene Straße auf Lispole zu.
Bis Anascaul bleibt es hügelig. Die Strecke über den "Pass" nach Camp kennen wir nicht, um so gespannter sind wir auf die Streckenführung hinter Anascaul!

Auf dem Weg passieren wir den von Postkarten bekannten Pub von "Dan Fowley", können aber aus Zeitmangel nicht einkehren.

Der bekannte Pub Der bekannte Pub (Bild laden)

Die Strecke zum Pass ist wirklich human. Keine großen unangenehmen Steigungen. Fast gleichförmig führt die Straße bergauf. Parallel führt eine stillgelegte Eisenbahnlinie!
Ein Glanzpunkt bildet ein Bauernhof mit Straußenfarm.
Faszinierend ist der Blick ins Landesinnere.

Landesinnere Blick ins Landesinnere (Bild laden)

Nach einer etwas steileren Rechtskurve erreichen wir die Spitze des wirklich angenehmen Passes.
Der Blick von hier ins Tal zeigt uns die patchworkartigen, steinummauerten Felder der nördlichen Inselseite.

Blick nach Norden Blick nach Norden (Bild laden)

Eine herrliche Abfahrt bringt uns 300 Höhenmeter in die Tiefe und wir radeln an Camp vorbei, wieder auf Tralee zu.

Ab nach Tralee Ab nach Tralee (Bild laden)

Tralee


Pünktlich um 19.00 Uhr erreichen wir wieder "Rosedale lodge", wo das Auto steht.
Wir haben 103 km heute geschafft und sind glücklich und zufrieden... und natürlich schon wieder hungrig. Gibt's das????

Wir fahren mit aufgesattelten Rädern noch nach Killorglin, beziehen ein neues, hübsches B&B am Fluss Laune und gehen zum Essen zu "Nick's", von dem Karle seit 3 Jahren schwärmt.
Das Lokal hat Tausend Auszeichnungen, hier isst sogar der Minister.
Ist uns eigentlich wurscht, wir trinken einen Pimms und werden dann im 2. Stock, direkt neben dem Piano ge"seatet".
Die Pianistin entpuppt sich als Heidi aus Deutschland, die vor 16 Jahren aus dem Hunsrück nach Irland entflohen ist (natürlich wegen einem Mann, was sonst...). Sie gibt Kurse mit Salzteig, führt Wanderungen und spielt abends bei Nicks. Sie will auf keinen Fall zurück nach Deutschland!
Alles im Lokal singt mit und wünscht sich Lieder. Super!

Das Essen ist noch toller als gestern, wenn es überhaupt noch eine Steigerung gibt:
Vorspeise: Dingle salmon, Dingle Prawns-cocktail
Hauptgang: Sole mit Cheesesauce, gegrillte Filets von Brill, John Dory und Sole
Desert: Vanillecreme für beide
Und natürlich zum Essen ein toller französischer Weißwein und danach ein "irish coffee", klar.

Don, ein irischblütiger Amerikaner, setzt sich zu Heidi und uns. Wir plauschen noch eine ganze Weile über Gott und die Welt. Don gibt noch einen großen Whiskey aus und meint, das Motto "enjoy every day" sei das Wichtigste überhaupt.
Da hat er vollkommen recht!

Gegen 0.00 Uhr wanken wir wieder über die Brücke Richtung B&B.



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