Dolomitenradweg von Toblach nach Pieve di Cadore

Pieve di Cadore

Obwohl es regnet, es nur etwa vier Grad hat und die Wetteraussichten Starkregen und Gewitter in Aussicht gestellt haben, starten wir auf den Rat unseres Vermieters mit dem Fahrrad.
Auf der Trasse einer still gelegten Schmalspurbahn radeln wir leicht bergauf. Weil das Gebiet hier oben Naturschutzgebiet ist, sind die Radwege nur gekiest, aber sehr gut zu befahren. Wir passieren die Station einer olympischen Wintersportanlage, im Wald geht es nun immer leicht bergauf, so wie es Eisenbahnen bewältigen können.
Bald erreichen wir einen romantisch liegenden, aquamarin-farbenen Bergsee. Wahrscheinlich wäre er bei schönem Wetter von Touristen umsäumt, aber bei diesem "Hundewetter" begegnet uns nur ein einsamer Wanderer. Kurve um Kurve steigt der Radweg an und wir sind auf den Drei-Zinnen-Blick gespannt.

Nach etwa zehn Kilometern erreichen wir den Aussichtspunkt, es regnet immer noch. Alles nebelverhangen, die eigene Einbildung zeigt die schemenhaften Zinnen. Tatsächlich kommt eine heller Fleck am Himmel, aber es reicht nicht.
So radeln wir weiter und müssen den Überflutungsbereich einer Mure überqueren. Das ist grober Schotter und kein gespurter Weg, mit Gepäck richtig schwierig zu befahren. Nach einer gefühlten halben Ewigkeit erreichen wir den Pass, der gleichzeitig die Grenze zwischen den Provinzen der autonomen Region Südtirol und Venetien ist.
Von hier aus geht der Radweg nur noch bergab. Wäre nicht der andauernde Regen und die Kälte, dann wäre alles wunderbar.
So aber fährt man abwechselnd durch tiefe Pfützen und aufgeweichtem Waldboden. Dann ein Umleitungsschild auf die Straße, wegen Bauarbeiten. Nicht ungern wechseln wir auf die Straße. Dort herrscht aber trotz schlechtem Wetter Ausflugsverkehr.

Serpentine um Serpentine geht es jetzt bergab. Allerdings spürt man die Kälte noch intensiver.
Wir sind froh, als wir bei Starkregen in Cortina D'Ampezzo einradeln.
Dort wird gerade ein geplantes Fest in den Straßen abgebaut, tapfere Touristen shoppen und bummeln mit Schirm durch die hübschen Straßen und Gassen.
Wir wärmen uns in einer Bar auf, essen und trinken und es reift ein Plan: Wir fahren die verbleibenden 30 km mit dem Bus zum Etappenziel.
Der Bus mit Fahrrad-Anhänger fährt erst in zwei Stunden. Glücklicherweise finden wir einen Busfahrer, der den Kollegen auf unserer Strecke überredet, uns außertourlich mit zu nehmen. Die Fahrräder müssen ins Gepäckfach. Wir bauen die Vorderräder aus, damit die Fahrräder in die Kofferfächer passen. Als der Busfahrer das Vorderrad in den Händen hält, wundert er sich über das geringe Gewicht. Anerkennend nickt er uns zu - er weiß Qualität zu schätzen.
So versäumen wir leider eine wunderschöne Etappe auf der alten Bahnlinie und durch frühere Bahntunnel.

In Pieve di Cadore bauen wir Räder und Gepäck wieder zusammen und radeln zum Hotel, wo wir erst eine heiße Dusche nehmen.
Gegen 18.00 Uhr hört der Starkregen kurz auf und es kommt die Sonne durch, das sind beeindruckende Szenen. Wir bummeln noch über den Marktplatz mit der schönen Kirche und der Statue von Tizian, dem berühmten Sohn der Stadt. Sein Geburtshaus ist heute Museum

Tourenlänge: ca. 36 km, der Rest mit dem Bus
Höhenmeter: 440 m
Fahrzeit: ca 3,0 + Bus Std

Anfahrt :Toblach
Etappenziel: Pieve di Cadore

Karte

Dargestellt mit GPX_viewer von Jürgen Berkemeier

 

 

Bilder zur Radtour

Innsbruck
Bergauf von Toblach
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Radweg auf der ehemaligen Bahnlinie
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Immer wieder überqueren wir Nebenflüsse
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Am grünen Toblacher See
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Triste Strecke bei Dauerregen
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Hier sollte man eigentlich die Drei Zinnen sehen
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Hier auf über 1500 Meter gibt es noch mehr Bewohner
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Perfekt ausgebauter Radweg auf der alten Bahnlinie
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Hier soll man die Drei Zinnen sehen - bei schönem Wetter
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Der Lago di Landro
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Straßenunterführung, Radweg und Bach
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Passhöhe und Grenze zu Venetien
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Der starke Regen machte die Trasse auf der ehemaligen Bahntrasse unbefahrbar. Wir konnten auf die Straße ausweichen.
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Klatschnass - aber wieder in bewohntem Gebiet. Weltuntergangsstimmung bei Starkregen in Cortina d'Ampezzo
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Marktplatz in Pieve di Cadore
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Geburtshaus von Tizian in Pieve di Cadore
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Die ersten Sonnenstrahlen erscheinen über Pieve di Cadore
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Beeindruckende Wolkenformationen