Loiretalradweg: Mit Abzweigen ins Cher-, Indre- und Viennetal
Das Loiretal ist traumhaft, aber am Stück - abwärts oder aufwärts - zu fahren, kann zum Alptraum werden.
Das Tal ist flach und offen, kaum bewaldet.
Hat man Rückenwind, radelt man wie "Gott in Frankreich" vor sich hin, hat man aber den Wind zum Feind, büßt man gut zwei Drittel seiner normalen Geschwindigkeit ein und kämpft sich von Ort zu Ort.
Nicht umsonst bieten viele professionellen Veranstalter einen Begleitbus an, mit dem die Radler wind- und verkehrsreiche Etappen überbrücken.
Wir schlagen vor, in Gegenden mit vielen Besichtigungsmöglichkeiten zwei oder drei Tage zu übernachten und in Rundtouren die Gegend zu erkunden. So sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, ständig gegen den Wind zu radeln.
Radwege
Das Radwegnetz ist im Aufbau. Oft ist die nächste Stadt auf weißem Schild mit Fahrradzeichen beschildert. Die Routenführung erfolgt meist auf kleinen, wenig befahrenen Straßen.
Auf kleinen Etappen, zum Beispiel zwischen Chateauneuf-sur-Loire und St-Benoit, fanden wir eine präzise Ausschilderung, die auch Wirtschaftswege nutzt. Doch sehr bald kam wieder ein Schild: Ende der vorläufigen Radwegbeschilderung.
Zur Routenplanung ist unbedingt exaktes Kartenmaterial mitzunehmen.
Empfehlenswert sind die Karten des französischen Staatlichen Vermessungsamtes im Maßstab 1:100000 (Institut Géographique national).
Mit dieser Voraussetzung können Sie viel befahrene Straßen umgehen und auf Wirtschaftswegen und Minimalstraßen auch etwas abseits liegende Sehenswürdigkeiten einplanen, ohne "große" Straßen benützen zu müssen.
Das Loiretal - ein großer Radlertraum - ist im Bereich Gien - Orleans - Tours - Angers am schönsten.
Das Tal ist sehr flach und weitläufig, was aber auch bedeutet, dass kräftige, anhaltende Winde durch das Tal wehen können. Eine richtige Regelmäßigkeit konnten wir nicht feststellen. Selbst wenn wir morgens loireabwärts mit Gegenwind starteten, in der Hoffnung auf der abendlichen Heimfahrt mit dem Wind zu radeln, mussten wir abends wieder gegen den Wind radeln. Also har der Wind gedreht.
Unzählige Schlösser säumen das flache Tal, weitere, oft noch bedeutendere, sind wenige Kilometer abseits, aber mit dem Fahrrad leicht zu erreichen.
Äußerst sehenswert sind auch die Seitentäler des "Cher", des "Indre" und der "Vienne".
Wie in der Bretagne findet man auch hier Steingräber und andere archaische Zeitdokumente.
Auch die Römer waren hier lange Zeit aktiv, in einigen Städten findet man noch Spuren.
Am besten erhalten sind jedoch religiöse Denkmäler, also Kirchen und Klöster, die oft aus dem 11. bis 13. Jahrhundert stammen. Selbst kleinste Orte verfügen oft über riesige, selten gut erhaltene romanische Kirchen und man fragt sich im Angesicht der kleinen Gemeinden, wer die prächtigen Monumente wohl erbaut hat und vor allem, wer sie finanziert hat!?
Am auffallendsten sind jedoch die vielen Schlösser bzw. Chateaus. Oft liegen die Ursprünge im 15. Jahrhundert oder noch früher. Verfeinert und perfektioniert wurde die Bauweise erst später und endete in Prachtbauten wie Chambord; dazu kamen mit der Zeit die prächtigen Gärten (Villandry, Chenonceaux).
Wir empfehlen, das Auto Zur Anfahrt zu verwenden und ein bis zwei Tage an einem Ort zu bleiben, dort Rundkurse zu radeln und am Standpunkt des Autos zu übernachten.
So sind Sie maximal fexibel.
Streckenlänge: über 900 km, je nach Abstecher auch mehr
Höhenmeter: flach
Anfahrt: Gian
Ankunft: Atlantik







